Als Kind waren wir alle einmal kreativ, neugierig und wollten die Welt entdecken! Dann kam die Schule, der Beruf, Verpflichtungen usw. . Einige von uns haben kreative Berufe ausgewählt, einige sind einen anderen Weg gegangen. Egal welchen Weg wir gewählt haben, oft fehlt die Zeit Neues zu entdecken, sich auszuprobieren und richtig kreativ zu sein bzw. aus unserer Komfortzone herauszukommen oder out-of-the-box zu agieren.

Früher wollte ich Schriftstellerin werden, heute bin ich, zumindest schon mal Bloggerin. Bis dahin habe ich nur ab und zu mal Texte, Headlines und Produktbeschreibungen für Kampagnen, Content und E-Commerce geschrieben. Heute schreibe ich, über alles, was mich bewegt. Bis dahin war es aber ein langer Weg. Angefangen hat alles mit dem Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron, vor 2,5 Jahren.

In diesem Buch geht es darum seine Kreativität zu entdecken. Ein wichtiger Bestandteil sind die Übungen und hier ganz besonders die Morgenseiten. Jeden Morgen soll man 3 Seiten schreiben. Der Inhalt ist egal. Es geht darum intuitiv, aus dem Bauch heraus 3 Seiten zu schreiben mit dem, was einen gerade beschäftigt, ohne nachzudenken bzw. zu überlegen. Man kann über sein Leben, seinen Alltag, aber auch über rote Autos oder Blumen schreiben. Hauptsache man schreibt regelmäßig und intuitiv. Ich habe nicht alle Übungen aus dem Buch gemacht, aber die Morgenseiten habe ich regelmäßig geschrieben. Sie wurden zu meiner täglichen Morgenroutine. Ich habe mir ein schönes Buch gekauft und handschriftlich angefangen zu schreiben. Mit der Hand Geschriebenes* verbessert die Erinnerungsleistung und man wird kreativer, da das Schreiben mit der Hand unser Gehirn ganzheitlich aktiviert. Manche beschreiben dieses intuitive Schreiben, ohne zu überlegen und den Schreibfluss zu unterbrechen auch als eine Form von Meditation. Über diese tägliche Morgenroutine bin ich dann zum Tagebuch schreiben gekommen. Inzwischen schreibe ich regelmäßig Tagebuch und zusätzlich führe ich noch täglich ein Bullet Journal, aber hierzu ein anderes mal mehr. Das Tagebuch schreiben hilft mir bei der Reflektion und der Erkennung von größeren Zusammenhängen. Außerdem erkenne ich Fortschritte, sehe meine Erfolge und wofür ich dankbar sein kann. Für mich ist Tagebuch schreiben nicht nur Selbstreflektion, sondern wie eine Art Therapie. Mir persönlich hilft es sehr bei meiner persönlichen Weiterentwicklung.

Der nächste Schritt den ich dann gehen wollte, war Kurzgeschichten zu schreiben, aber ich wusste nicht genau wie. Aus diesem Grund besuchte ich einen Kurs für das kreative Schreiben. Ich lernte, wie man Geschichten aufbaut, wie ein Roman entsteht usw., aber es blieb bei dem Wunsch zu Schreiben und ein Buch zu veröffentlichen. Richtig zu mir und zum Schreiben bin ich erst gekommen, als ich einen Kurs an der Volkshochschule besuchte „Kreatives Schreiben und Malen“. Keine Rahmen, kein Korsett, soz. ohne Regeln, sich einfach kreativ ausdrücken.

Übung – Was haben wir gemacht?

Für alle, die Lust haben, es Zuhause einmal auszuprobieren, hier, die Aufgaben:

20 intuitive Begriffe aufschreiben:

Meine Begriffe:

  1. Wiese
  2. Sonne
  3. Meteroiten-einschlag
  4. Blumen
  5. Glück
  6. Junggesellen-abschied
  7. Sonnenstrahlen
  8. Himmel
  9. Tanzen
  10. Singen
  11. Frühstück
  12. Perfekte Tag
  13. Picknick
  14. Lachen
  15. Glücksgefühl
  16. Musik
  17. Morgentau
  18. Bett
  19. Frei
  20. Unbeschwert
Schreibe mit den 20 Begriffen eine Kurzgeschichte:

Meine Kurzgeschichte:

Male passend zur Kurzgeschichte 1 Bild:

Mein Bild:

Bei den Begrifflichkeiten hatten wir 5 Minuten Zeit und sollten an einen schönen Sonntag denken. Bei der Kurzgeschichte (DINA4) hatten wir 30 Minuten Zeit, damit alles intuitiv stattfindet, aus dem Bauch heraus. Ich fand diese Übung jedenfalls wunderbar! Ich kam total in meinen Flow und war begeistert und vor allem sehr inspiriert.

Diese Übung geht natürlich auch anders herum, indem man zuerst ein Bild malt, dieses mit 20 Begriffen beschreibt und anschließend daraus dann eine Kurzgeschichte entwickelt.

Meine Kurzgeschichte, obwohl unter Zeitdruck geschrieben, kam in der Volkshochschulklasse und im Freundes- und Bekanntenkreis gut an. Diese positiven Rückmeldungen beflügelten mich. Ich hatte Blut geleckt und war bereit sofort loszulegen. Schnell stellte ich fest, das Kurzgeschichten nicht das Richtige für mich sind und das war der Start für meinen Blog. Mein nächstes Ziel ist es, endlich ein Buch zu veröffentlichen und ich möchte mit dem Malen anfangen. Obwohl das Malen mir so unendlich viel Spaß gemacht hat, bin ich nicht dran geblieben. Ich finde meine Bilder einfach zu schlecht. Im Bullet Journal traue ich mich jetzt aber kleine Bilder bzw. Sketch Notes zu zeichnen, ein Anfang. Demnächst gehe ich zur ArtNight. Vielleicht ist das ja meine Initialzündung, um mit dem Malen richtig anzufangen, wer weiß. Getreu meinem neuen Motto „EINFACH MACHEN“, werde ich es ausprobieren und schauen, wohin es mich führt.

* WDR 23.1.2017

Foto von Deeana Creates von Pexels

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